Die Gartencenter der Kette Meckelburg

Zahlen und Fakten Gartencenter Meckelburg
Geschäftsführung: Peter Meckelburg, Rolf Meckelburg, Martina Meckelburg-Mensing
Verkaufsstandorte: 9 Gartencenter in Nordhessen, Ostwestfalen und Südniedersachsen
Verkaufsflächen: zwischen 1700 und 3300 m2 bei den früheren Filialen, über 10000 m2 beim neuesten Standort in Fuldabrück
Anzahl Mitarbeiter: 200

Zahlen und Fakten Gartencenter Meckelburg Fuldabrück-Bergshausen
Fläche: 16500 m2 Grundstück
5000 m2 überdachte Verkaufsfläche, davon: Warmhaus: 2400 m2, Kalthaus: 1100 m2
Café/Restaurant: 800 m2
überdachte Freifläche : rund 700 m2 (großer Teil als isolierverglastes Skylite-Gewächshaus) Freiverkaufsfläche 6500 m2
200 Parkplätze Mitarbeiter: 34, gesunde Mischung aus Gärtnern und Floristen
Einzugsgebiet: 300000 Einwohner von Stadt und Landkreis Kassel
Schwerpunkte und Besonderheiten: Pflanzen (80 % der Verkaufsfläche und 60 % Anteil am Umsatz), Keramik, Boutiqueartikel, Café mit 70 Sitzplätzen.


Die Geschichte der Gartencenterkette Meckelburg
beginnt im Jahr 1978, als Peter Meckelburg noch während seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften „nebenbei“ auf einer Fläche von 200 m2 ein „Gartencen- ter“ einrichtet. Die Fläche stellt ihm der Vater in der elterlichen Baumschule in Bad Arolsen zur Verfügung. Orientierung gibt dem jungen Studenten das Kölle-Gartencenter in Heilbronn, das er als erstes „richtiges“ Gartencenter in seinem Leben bis zu diesem Zeitpunkt gesehen hat. Baumschulware, aber auch bereits begleitende Artikel von Hartware können Kunden in diesem ersten Einzelhandelsbetrieb erwerben. Bald wurden aus den 200 m2 mehr, der jüngere Bruder Rolf steigt mit ins Boot.

Im Jahr 1984 erfolgte die Gründung der ersten Filiale in Korbach. Es folgten die Standorte Bad/Wildungen (1985), Frankenberg/Eder (1987), Hameln (1992), Höxter (1996), Hofgeismar (1998), Schwalmstadt (2000) und in diesem Jahr schließlich Fuldabrück (2003).

Der neueste Standort befindet sich vor den Stadtgrenzen von Kassel. Insgesamt gehören jetzt neun Gar- tencenter zur Kette, nicht zehn, wie häufig in Statistiken zu finden ist. „Das kommt wohl daher, dass mein älterer Bruder unabhängig von uns ebenfalls ein Gartencenter unter dem gleichen Namen betreibt“, erklärt Peter Meckelburg. Mit der falschen Zahl Zehn landet die Kette nach Dehner (89 Filialen), Nordharz (11) und gleich mit Risse (10) in der Gartencenterstatistik der Zeitschrift „DIY“ (Oktober 2003) noch vor Pflanzen-Kölle (erst seit September 2003 zehn Garencenter). Peter Meckelburg lächelt über die Vergleiche und winkt ab. „Das kann man so doch gar nicht vergleichen, unsere Flächen sind bescheiden im Vergleich mit Kölle und auch beim Umsatz bewegen wir uns nicht in diesen Dimensionen.


Die Unternehmensphilosophie
In der Firmenphilosophie ist die Pflanze die wichtigste Gruppe im Gartencenter mit einem Umsatzanteil von über 50 %. Da die Flächen in der Regel nicht allzu groß sind, verzichtet Peter Meckelburg auf flächenintensi- ve Warengruppen wie Gartenmöbel oder Holz im Garten. Floristik wir in neuen Filialen nicht mehr angefangen, der Bereich Zoo ist ebenso wenig ein Thema. Und im Augenblick auch nicht Wasser und Wassertechnik. „Dazu fehlt uns die Fläche und die Kompetenz“, sagt der Firmengründer. „Erst einmal müssen wir die abgesteckten Bereiche abrunden, bevor wir uns neuen zuwenden.“

Die Standorte sucht Meckelburg gerne in Gewerbegebieten. In seinen Gartencentern sieht er dabei eher eine Ergänzung zu Bau- und anderen Märkten als dass er die Konkurrenz durch diese fürchtet. Die eigene Identität unterstreicht der Schriftzug Meckelburg, unterlegt mit drei abgesetzten grünen Farbtönen. Die einheitliche Firmenkleidung der Mitarbeiter ist in Blau gehalten mit dem Schriftzug Meckelburg.Die Zuständigkeiten im wachsenden Unternehmen teilt sich Peter Meckelburg, der für Schlüsselfunktionen in Marketing und Personal zuständig ist, mit seinem Bruder Rolf, der den Einkauf managt. Schwägerin Martina Meckelburg-Mensing kümmert sich begeistert um den Boutiquebereich.

Die Kette Meckelburg ist VDG-Mitglied (Verband Deutscher Gartencenter) und gehört dort einer Erfa-Gruppe mit sieben Gartencenterinhabern an, die sich regelmäßig trifft und Erfahrungen austauscht. In der Öffent- lichkeit wie Fachzeitschriften taucht das Unternehmen kaum auf. Peter Meckelburg liebt es nicht besonders, im Vordergrund zu stehen. Lieber widmet er sich den Kernfunktionen eines Unternehmens.

Das neueste Gartencenter Meckelburg in Fuldabrück
Fuldabrück, südlich von Kassel, ist der Standort für die neueste und schönste Perle in der Gartencenterkette Meckelburg. Der Standort wurde sehr bewusst ausgewählt, denn der Gewerbepark Fuldabrück, in dem das Gartencenter liegt, grenzt direkt an den Industriepark Waldau auf Kasseler Gelände. Bei der Vermarktung arbeiten beide Parks jedoch Hand in Hand. Die Einzelhandelsfläche wird direkt von der B 83 flankiert und ist damit für Kunden und Lieferanten leicht erreichbar. Vom Freibereich des Gartencenters Meckelburg aus blickt man auf den Schriftzug in roten Signalfarben des nächsten Wettbewerbers: ein Bauhaus-Baumarkt mit Gartencenter, der im Herbst eröffnet wurde, nach der Umwandlung aus einem Castodepot von Castorama. Ein großes Möbelhaus, Möbel-Finke, und Ikea sind ebenfalls Kundenmagneten. „Bei den Stadtentwicklern war die Vorstellung eines Gartencenters in diesem Gebiet schon von Anfang an vorhanden“, erklärt der Inhber. „Der Markt stärkt den Standort und profitiert umgekehrt von der Frequenz der anderen Einzelhändler.“ Das Gartencenter ist durch das hohe Mittelschiff und Eingangsportal weiterhin erkennbar, an dem zudem der Firmenschriftzug „Meckelburg“ angebracht ist. Die Firmenfarben – drei abgesetzte Grüntöne - ziehen sich in Form einer Blende rund um die Gewächshausanlage. Die Eröffnung wurde Ende Januar 2003 gefeiert, so dass beim Redaktionsbesuch im Herbst nun schon Rückblick auf ein halbes Jahr Betrieb gehalten werden konnte.

Das Café „Villa Toskana“
An diesem Platz hat die Familie Meckelburg einen Traum verwirklicht: Der Toskana-Gedanke durchdringt das Gartencenter, ausgehend von einer in warmen Orangeton gehaltenen Villa gleich hinter dem Eingang, in der auf zwei Etagen das Café mit dem treffenden Namen „Villa Toskana“ untergebracht ist. Meckelburg betreibt die Restauration nicht selbst, sondern hat sie an einen erfahrenen Gastronomen vermietet, den er schon lange kennt. „Es wird sehr gut angenommen“, ist Peter Meckelburg zufrieden, und der Blick bei meinem Besuch am späten Dienstagvormittag zeigt die Richtigkeit der Aussage: Alle Tische sind belegt. Die 70 Sitzplätze verteilen sich ebenerdig auf einer Fläche, an die der mediterrane Pflanzen- und Gartenzubehörbereich direkt anschließt, und eine Etage höher auf einer Terrasse mit einem schönen Blick in diese Gartenwelt. Der warme Farbton wird mit der gelben Schattierung aufgegriffen, die sich bei großer Wärme schließt und das 7 m hohe Mittelschiff in ein gelbliches Licht hüllt. Die Öffnungszeiten des Cafés stimmen denen des Gartencenters überein: täglich von 9 bis 20 Uhr, samstags von 9 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr, wobei auch an diesem Standort natürlich nur von 10 bis 12 Uhr Pflanzenverkauf erlaubt ist.

Von Kalt nach Warm
Eigentlich nach niederländischem Vorbild, aber in diesem Fall durch die betrieblichen Gegebenheiten vorgegeben, wie Peter Meckelburg erläutert, wird der Kunde gleich nach seiner Ankunft links herum durch das Gartencenter geleitet. Auf seinem Weg trifft er zuerst auf saisonale Pflanzen und Artikel im Kalthaus, die, wie Chrysanthemen und Kürbisse im Herbst, den Eindruck von Fülle, zum anderen von Überschaubarkeit vermitteln, aber gleichzeitig überschaubar, sehr abwechslungsreich und spannungsreich präsentiert werden. Optisch schließen Ladenregale für Hartware (wie Gefäße und Blumenerde), die mit Dachziegeln gedeckt sind, diesen Bereich ab. Die Regale kommen ebenso wie die Außenmöblierung mit bewässerbaren Beeten und Tischen von der Firma Hansen, Heide.

Danach kommt der Kunde in den überdachten Freibereich. Für die Überdachung sorgt hier ein Skylite-Gewächshaus der Firma Siedenburger, Rahden, die auch den gesamten Komplex errichtet hat. Der Kunde hat im Skylite-Haus die Möglichkeit, im Trockenen einzukaufen, während die Pflanzen (hier stehen Callunen und Stiefmütterchen im Herbst, Gehölze im Winter, Zwiebelblumen und später Geranien im Frühjahr) von den Beinahe-Freilandbedingungen profitieren.

Danach öffnet sich das Tor zum Freibereich, bei dem den Besucher zunächst ein üppiges Angebot an Stauden und Gehölzen empfängt. Sie stehen auf schräg angeordneten bewässerbaren Holztischen.

Optisch ganz reizvoll, aber für die Kundenfrequenz ein Problem ist der hintere Bereich, dessen Fläche leicht ansteigt. Im Herbst war eine Lösung eine richtige „Straße“ aus interessanten Outdoorgefäßen, die den Kunden hochziehen sollte. In großer Zahl standen daneben Obstbäume auf Bodenbeeten. Die Wege sind breit und gepflastert und auch für Rollstuhlfahrer gut befahrbar.

Ein Teich zeigt weniger die Musteranlage für diesen Bereich - denn Teich und Wasser sind hier keine Themen, ebenso wenig, wie Holz im Garten-, sondern dient ganz im Sinne der Umwelt der Sammlung des Regenwassers und der Bewässerung. Peter Meckelburg will diesen Teil im folgenden Jahr noch einbeziehen.

Die Outdoorfläche zieht sich mit Staudentischen, flankiert von Keramik, weiter um die Glasfläche herum. An mehreren Stellen gelangt der Kunde wieder zurück in den überdachten Gewächshausbereich, zuletzt am Ende des Rundgangs in den Warmhausbereich. Dort empfängt ihn die Boutique, die in Räume und Nischen untergliedert ist. Dadurch kann eine Stimmung geschaffen werden, die der in häuslichen Wohnzimmern ähnelt und Kunden dadurch sehr direkt eine Vorstellung der Wirkung in häuslichem Ambiente vermitteln kann. So lassen sich auch leicht spontane Kauflüste erzeugen.

In direkter Nachbarschaft schließt sich die Topfpflanzenabteilung an. Von dort gelangt man entweder zum Kassenbereich mit seinen sieben Kassen und dem Ausgang, oder der Kunde kann nach erledigtem Einkauf noch einmal ein paar Schritte bis zum Café/Restaurant gehen auf einen Capuccino, ein Mittagsmenü oder einen selbstgebackenen Kuchen. Dieser ist damit zugleich Ort zum Ausruhen, Ort der Kommunikation und des Teilhabens am Leben.

Quelle: „Grüner Markt“ Nr. 11/2003 von Doris Ganninger-Hauck